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"Ich darf nicht so sterben..."

"Ich darf nicht so sterben..."

Neveah konnte die Worte hören - jene Worte, die bis eben noch als Mantra in ihrem Kopf waren, hallten nun als kaum hörbares Flüstern von irgendwo ganz nah wider.

So nah, dass es Neveah einen unheimlichen Schauer über den Rücken jagte und einen tief sitzenden Schrz in ihrem Herzen hervorrief, so schrzhaft, dass Neveah hätte schwören können, ihr Herz zerspringe eigenständig bei jeder Wiederholung dieser qualvollen Worte, die in ihrem Geist widerhallten.

Diese Stim... sie war angefüllt mit Schrz und Erschöpfung, es war kein Flehen, sondern die Klage eines nschen, der sein Schicksal kaum ertragen konnte.

Die Tiefe der Trauer und des Bedauerns in diesem Tonfall war so gewaltig, dass sie den Schrz, den Neveah empfand, überwältigte und an ihren Herzensseiten zerrte. Neveah sorgte sich weniger um ihr eigenes Schicksal, stattdessen wollte sie verzweifelt erfahren,

’Wer spricht diese Worte? Warum klingen sie noch trauriger, als ich selbst sie eben gedacht habe?’ fragte sie sich.

’Wer ist diese Person und steckt sie vielleicht in derselben Lage wie ich, oder sogar in einer noch schlimren?’ schoss es ihr durch den Kopf.

Neveah kämpfte sich durch den Nebel des Schrzes, und durch pure Willenskraft allein wurde sie sich ihrer Umgebung wieder bewusst und starrte in den offenen Nachthiml.

Der Himl war übersät mit hunderten leuchtenden Sternen, und der Mond stand hoch am Firmant, sein Schein strahlte herab als greife er direkt nach Neveah.

’Wo bin ich?’ wunderte Neveah sich.

’Was ist das für ein Ort?’ dachte sie.

Der Nachthiml war wunderschön und erweckte eine vertraute Empfindung in Neveah. Aus irgendeinem Grund fühlte es sich so an, als hätte sie diesen Platz schon einmal gesehen, als hätte sie schon einmal in diese Sterne geblickt.

"Ich darf nicht so sterben..." kam es wieder, das qualvolle Keuchen.

Die Worte wurden so schwach gesprochen, als klamrten sie sich an den allerletzten Atemzug.

Dieses Mal klangen die Worte so nah, dass Neveah den Drang verspürte, nach deren Ursprung zu suchen. Als sie dies tat, drehte sich ihr Kopf langsam zur Seite, und sie fand sich Auge in Auge mit einer Frau, die ihr zum Verwechseln ähnlich sah.

Ebenso wie Neveah lag die Frau auf dem kalten, schlammigen Waldboden, ihr goldener Haarschopf lag ausgebreitet unter ihr, befleckt mit Schlamm, Dreck... und Blut.

’Blut... darunter hatte sich eine Lache gebildet.’ Neveah berkte, wie das Blut unter der Frau imr weiter floss und sich ausbreitete, in die Erde sickerte und sogar in Neveahs Richtung floß.

Ein kleiner Wassertropfen berührte Neveahs Wange. Als sie zum Himl blickte, erkannte sie, dass es regnete... und das schon seit geraur Zeit.

Neveahs Aufrksamkeit wandte sich wieder der Frau neben ihr zu, als sie eine leise Stim hörte, die ein paar Worte flüsterte... dieselben Worte, die Neveah ausgesprochen hatte, als sie damals auf ihren Tod wartete.

"Lieber Schöpfer, in Na ist Neveah Oga Lothaire, aber alle nennen mich einfach Oga. Ich bin die Tochter von Lothaire Raul, dem Alphakönig der Eclipse-Domäne."

"in Vater hat das Band der Gefährten verraten, er liebte eine nschliche Frau, und sie schenkte ihm ein Kind, dieses Kind war ich."’"Als Sohn einer nschlichen Mutter sollte ich eigentlich als nsch zur Welt komn, das dachten alle, doch die Wahrheit ist, mit fünf Jahren erlebte ich ine erste Verwandlung."

"Ich habe einen Wolf und nicht irgendeinen Wolf, in Wolf ist ein Alpha-König."

"Die Gefährtin ines Vaters, die Alpha-Königin des Eclipse-Territoriums, hat einen Sohn; er ist der zukünftige Alpha-König und in Stiefbruder. Der Alpha-Königswolf steht ihm zu Recht zu, also warum wurde er auch mir zuteil?"

"Ich verstehe es überhaupt nicht, ich habe nicht darum gebeten, geboren zu werden, ich weiß nicht, warum ich für die Fehler iner Eltern verantwortlich gemacht werde, ich weiß nicht, warum ich mit inem eigenen Stiefbruder verbunden bin...ich weiß nicht, warum ich sterben muss."

"Ich weiß nur, dass das Schicksal mir übel mitgespielt hat, weil es herausfand... dass ich mit dem geboren wurde, was ihm zustand, und so... hat er mich umgebracht."

Am Ende ihrer Worte verebbte ihre Stim und Neveah hörte das heftige Husten, das folgte, als die Frau an ihrem Blut erstickte.

’Das ist nicht eine Frau, die wie ich aussieht, das bin ich...’ erkannte Neveah.

Plötzlich wurde Neveah klar, warum ihr der Himl so bekannt vorkam, der Himl, den sie in den letzten Monten ihres Lebens angestarrt hatte.

Irgendwie war Neveah wieder in jenem Mont. In dem Mont, als die eiskalten Hände des Todes ihre Seele ergriffen und ihrem bitteren Leben ein Ende bereiteten.

’Aber wie?! Ich bin diesem Schicksal entkomn! Ich habe gelebt! Ich habe überlebt!’ Neveah geriet in Panik, als sie sah, wie das Leben die Augen der sterbenden Frau verließ... ihre Augen verließ.

’Ich habe damals überlebt... aber jetzt sterbe ich schon wieder...’ wurde Neveah klar.

’Gesegneter Schöpfer, selbst bis zum Ende erweist du mir keine Gnade... jemand wie ich ist zum Sterben geboren, das ist in unausweichliches Schicksal...’ kam der Gedanke erneut.

Derselbe Gedanke, der Neveah in ihren letzten Monten vor so langer Zeit durch den Kopf gegangen war, kam ihr jetzt wieder in den Sinn.

"Ich sterbe bereits zum zweiten Mal... und endlich erlebe ich den Mont, in dem in Leben vor inen Augen abläuft, all ine Tode sind zu einem einzigen geworden... ein letztes Ende..." murlte Neveah und blickte zum Mond hinauf.

Sie lachte ironisch, trotz des Schrzes, den sie fühlte, und des Kumrs, der ihr Herz ergriff.

Doch Neveahs Lachen verstummte, als ein herzzerreißendes Gebrüll voller Schrz und Verzweiflung den Wald erschütterte.

Es erschütterte Neveah bis ins Mark, und sie spürte, wie sich ihr sowieso schon schrzendes Herz zusamnzog.

Dieser Laut... er konnte nicht von ihr sein, Neveah war bereits tot. Doch von wem dann?

Neveah zwang sich, trotz ihrer Schrzen aufzusetzen, und taulte auf die Beine. Ihr Blick wanderte suchend umher, bis sie die Quelle der Stim fand... ihn.

In der Ferne hockte eine vertraute Gestalt, ihr Rücken war Neveah zugewandt. Sein pechschwarzes Haar wehte im Wind, als er seinen Kopf zurückwarf und ein weiteres erdschütterndes Brüllen ausstieß.

Diese Silhouette würde Neveah überall erkennen.

"Xenon?" fragte Neveah völlig verwundert.

You are reading Die Wiedergeburt von Omega Chapter 671: Born To Die (Chapter672) on novel69. Use the chapter navigation above or below to continue reading the latest translated chapters.
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