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Nach einer weiteren halben Stunde kam das Treffen schnell zu einem Ende, es war eine unausgesprochene Vereinbarung angesichts von Neveahs ersichtlichem Kampf, und Neveah protestierte nicht und komntierte es nicht.

Ihr innerer Kampf war allgein bekannt, sie konnte nicht weiter vorgeben, dass es ihr gut ging, wenn alle bereits wussten, dass dem nicht so war.

Neveah blieb auf ihrem Platz sitzen, als die Dünendrachen den Versammlungssaal verließen. Erst als Neveah alleine war, ließ sie den Atem frei, von dem sie nicht einmal gewusst hatte, dass sie ihn angehalten hatte.

Neveah warf einen Blick auf ihre Handfläche und beobachtete, wie sich die Einstichstellen, wo ihre Krallen in ihre Haut gegraben hatten, langsam schlossen. So fest hatte Neveah ihre Fäuste geballt. Es war eine Herausforderung, eine so mächtige Kraft wie Devirld zu zähn, besonders mit wenig oder keiner Vorerfahrung in Magie, und das wusste Devirld auch.

’Wie lange glaubst du, dass du das aushalten kannst? Mich unterdrücken?’, verspottete die spukhafte Stim von Devirld Neveah in ihrem Kopf.

"So lange wie nötig... so lange es dauert", murlte Neveah als Antwort an Devirld.

"So stark sie auch sein mag, deine Wölfin wird irgendwann ausbrennen, und du wirst nicht weit dahinter sein", drohte Devirld Neveah düster.

"Vielleicht... oder vielleicht wirst du zuerst ausbrennen... wer weiß schon, was die Zukunft bringt", entgegnete Neveah gelassen.

Sie hatte sich längst an Devirlds Sticheleien und Drohungen gewöhnt. So sehr, dass sie davon nicht hr aus der Ruhe gebracht wurde.

’Törichtes Mädchen...’, zischte Devirld in Neveahs Gedanken und löste einen wiederkehrenden Schrz in ihrem Schädel aus.

Neveah lehnte sich auf dem Stuhl zurück und kicherte spöttisch.

"Das bin ich..." stimmte Neveah ohne zu zögern zu.

Devirld spottete leise, zog sich jedoch in die Tiefen von Neveahs Unterbewusstsein zurück, wie er es imr tat, wenn ein weiterer Versuch von ihm erfolglos blieb.

Erst als Devirlds Präsenz vollständig verschwunden war, konnte Neveah ihren Wolf richtig wahrnehn.

"Wie hältst du das aus?" dachte Neveah besorgt zu ihrem Wolf.

Neveah wusste, dass ihr Wolf in derselben schwierigen Lage steckte wie sie, wenn nicht sogar schlimr. Devirlds Einfluss sickerte nur dann zu Neveah durch, wenn ihr Wolf den Halt an ihm verlor.

"Mir geht es gut, beachte den stolzen Eindringling nicht", versicherte ihr Wolf in einer ruhigen und zuversichtlichen Stim... ungebrochen und ungezähmt.

Neveah atte erleichtert auf, für einen Mont hatte sie befürchtet, dass ihr Wolf dieses Mal verletzt worden war.

"Er kann mir nichts tun... wenn er mir schadet, schadet er dir, und er braucht uns lebend, wenn er einen Wirt haben will."

"Er kann nur imr wieder vergeblich versuchen, unsere Verteidigung zu überwinden und den Platz der dominanten Präsenz in unserem Geist einzunehn", beruhigte Neveahs Wolf ihre Bedenken.

"Warum ist er so darauf erpicht, die Kontrolle zu übernehn?" fragte Neveah ihren Wolf verwirrt.

Anfangs war es nur alle paar Tage vorgekomn, doch jetzt musste Neveah sich täglich hrmals Devirlds Unterdrückung stellen, wobei manche Tage schlimr waren als andere.

"Er wollte uns ursprünglich nur so weit treiben, dass unsere Gefährtin ihn zurückfordert und uns die Qualen erspart... aber jetzt, mit unserer Gefährtin...", seufzte Neveahs Wolf in Gedanken, bevor sie sprach.Neveah wusste, dass ihre Wölfin mit "unser Gefährte" König Jian inte. Sowohl Jian als auch Xenon wurden von ihrer Wölfin unterschiedlich, doch gleichermaßen verehrend erwähnt.

Es war für Neveah durchaus beneidenswert, wie ihre Wölfin die Rollen von Jian und Xenon festgelegt hatte: den einen bezeichnete sie als ’unseren Gefährten’, den anderen als ’unseren Geliebten’.

Indes hatte Neveah selbst kaum Antworten gefunden, und jetzt stand die Frage im Raum, ob sie überhaupt noch die Möglichkeit dazu haben würde.

"Da Jians Zustand unbekannt ist, möchte Devirld mich wirklich zu seinem Wirt machen. Er hat keine andere Wahl hr", vollendete Neveah die unvollendeten Worte ihrer Wölfin.

"Deshalb wohl, weil in Jians Abwesenheit niemand so recht weiß, wie man Devirld Einhalt gebieten kann. Devirld ist sich bewusst, dass dies seine beste Chance ist", fügte der Wolf hinzu.

Neveah stöhnte verärgert; es war eine ständige Frustration, keinen Ausweg zu kennen. Noch frustrierender war die Tatsache, dass sie es sich nicht erlauben konnte, frustriert zu sein.

Jedes extre oder negative Gefühl und Devirld würde die Gelegenheit nicht verpassen, ihre Gedanken zu beeinflussen.

"Negative Emotionen...", murlte Neveah,

Diese waren ein Großteil ihres Lebens das Gewöhnlichste und nun hr denn je.

Neveah stand auf und ging zur Karte über, um die neuen Markierungen, die Coran im Laufe der Besprechung gesetzt hatte, genau zu studieren.

"Die Schlucht hat sich weiter ausgebreitet und hr von den dunklen Ländern verschluckt... Portalzauber ist durch das Miasma instabil, Flucht ein tödliches Risiko. Es gibt kein Überqueren, weder auf diese noch auf jene Weise..."

"Was ist die Lösung? Wie kann ich euch allen helfen? Was kann ich von hier aus tun?" fragte Neveah laut.

Eine Frage, die sie den letzten Monat stark beschäftigt hatte.

Neveahs Gedankenstrudel wurde unterbrochen, als sich die Türen des Versammlungssaals öffneten und Tara hineinschaute.

"Veah..." begann Tara, ihre leuchtenden Rehaugen voller Tränen.

Neveah brauchte nichts zu fragen; sie eilte an Tara vorbei und durch die Gänge der Dünenburg in Richtung der Gemächer von Lord Orin.

Noch auf dem Flur erreichten Neveah die Schreie eines Säuglings, die sie zur Eile trieben.

Tara war dicht hinter Neveah, als diese die Tür aufstieß.

Die Szene, die sich Neveah bot, war nicht überraschend, doch ihr Herz krampfte sich vor Schrz zusamn.

Ein Tablett mit Essen war umgestürzt, Teller und Speisereste lagen überall verstreut.

Zusamngerollt auf ihrem Bett lag Lord Orins Reiterin und Taras ältere Schwester, Lady Isalder, ihr kleines Kind haltend und heftig schluchzend.

"Er will... nicht trinken... er will einfach nicht essen...", schluchzte Isalder auf, als sie Neveah sah.

"Isa...", sagte Neveah mit schrzerfüllter Stim.

Neveah schloss die Augen und atte scharf ein, um sich zu beruhigen.

"Du gehst duschen und isst auch etwas, Isa. Das ist keine Bitte. Ich werde ihn nehn", sagte Neveah bestimmt und ging um das Bett herum.

You are reading Die Wiedergeburt von Omega Chapter 586: Innerlich zerbrochen 2 (Kap.587) on novel69. Use the chapter navigation above or below to continue reading the latest translated chapters.
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