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"Aber im nächsten Mont schwor ich, dass ich mich getäuscht hatte, als ich glaubte, ich hätte bereits den schönsten Anblick gesehen, denn als sie sich verwandelte... Beim Schöpfer...", flüsterte Kaideon, und die Ehrfurcht in seinen Worten verriet, wie er sich an jenem Tag gefühlt haben musste.

"Ihr Haar war so weiß wie ihr Fell, weiß wie der Schnee... es fiel in Wellen über ihren Rücken, und sie trug einen weißen Wintermantel."

"Sie sah mich mit einem eiskalten Blick an, und dennoch verschlug es mir den Atem, obwohl ine Luftwege nicht länger eingequetscht wurden."

"Ihre Augen waren endlose Pools eisblauer Schönheit. Du könntest sie dir leicht vorstellen... du musst nur in den Spiegel schauen. Diese beiden Eigenschaften sind wirklich alles, was euch beide unterscheidet", sagte Kaideon ehrlich.

Nun konnte Neveah es sich vorstellen. Das Bild ihrer Mutter war nun lebendig in ihrem Kopf, und wirklich, Neveah konnte Kaideon zustimn, dass er allen Grund hatte, den Atem zu verlieren.

"Ihre nächsten Worte sprach sie in einem kalten, rauen Ton, aber für ine Ohren klangen sie wie Musik. Sie wollte wissen, wer ich war und warum ich in das Territorium der Wölfe eingedrungen war, und ich konnte nur lächeln wie ein hingerissener Narr", seufzte Kaideon leise.

"Das gefiel deiner Mutter gar nicht. Eira packte mich am Hemd und zog mich durch die Weite mit sich."

"Es machte mir nichts aus, aber ich fragte mich, ob sie das riesige Biest vergessen hatte, das sie eben noch fast erdrückt hätte und das sie nun ohne einen Funken Angst hinter sich herzog", fügte Kaideon hinzu.

"Sie wollte mich zurück zu ihrem Rudel bringen, um mich zur Rechenschaft zu ziehen, und ich hatte vor, ihr zunächst ihren Willen zu lassen, um sie dann zu entführen und so weit zu fliegen, wie ich konnte, bevor es jemand berkte... den Rest iner Tage damit zu verbringen, sie zu umwerben."

"Aber die Natur hatte andere Pläne. In dieser Nacht kam ein Schneesturm auf. Wir waren erst auf halbem Weg durch die verschneite Wüste, und so mussten wir in einer Höhle Schutz suchen, bis er vorüberzog."

"Die Natur hatte genau in dem richtigen Mont ihr Zeichen gesetzt, und du kannst dir ine Hochstimmung vorstellen, allein mit der schönsten Frau, die ich je gesehen hatte... auf unbestimmte Zeit."

"Ich hatte völlig vergessen, dass ich eine Festung hatte, zu der ich zurückkehren musste, oder dass der Schneesturm nichts gegen die Stärke iner Flügel ausrichten konnte und mich nicht daran hinderte, ihr zu entfliehen... daran dachte ich nicht einmal." Kaideon lachte wieder.

"Es war eine kalte Nacht, aber in Herz war warm und zufrieden, trotz ihrer stechenden Blicke und ihrer stumn Behandlung. Schließlich wurde der Sturm schlimr, und es war unmöglich, ein Feuer am Brennen zu halten."

"Nun, da sie die Hilfe nicht brauchte, musste ich der galante Mann sein."

"Ich war aus Flamn geboren und strahlte Wär aus, die Höhle war gerade groß genug für ine Verwandlung, und so verwandelte ich mich und versicherte ihr, dass ich auf ihr Geheiß in nschlicher Gestalt zurückkehren und nicht fliehen würde", offenbarte Kaideon.

"Es war nicht hr viel Platz, und wir konnten den Kontakt nicht veriden, auch wenn es sie störte. So warteten wir den Sturm ab und irgendwann wagte sie es, ine Schuppen zu berühren."

"Wer hätte ahnen können, dass in genau dem Augenblick, als ihre Haut ine umgekehrte Schuppe streifte, uns beiden klar wurde, dass das Universum genau wusste, was es tat... die Schneeweiße Schönheit war ine Reiterin, in."

Ein trauriges Lächeln lag auf Kaideons Gesicht, als er seinen Blick zu Neveah hob.

"So habe ich deine Mutter kennengelernt, Neveah. Wir waren danach zwei Jahre lang zusamn... aber niemand außer inem treuesten Freund Rodvan wusste von uns."

"Im Weißen Dünengebiet kursierten Gerüchte darüber, warum ich oft monatelang fort war, aber ich habe weder bestätigt noch dentiert", erzählte Kaideon.

"Aber wenn ine Mutter deine Reiterin war und du wiederum ihr Gefährte, warum musstet ihr eure Beziehung geheim halten? Warum hast du sie nicht mit nach Hause genomn?" fragte Neveah verwirrt."Glaub mir, Veah, ich wollte das hr als alles andere. Ich wollte es wirklich."

"Aber ich durfte nicht so egoistisch sein und deine Mutter von ihrem Volk und ihren Pflichten wegnehn, genauso wenig wie ich ine eigenen Eide als Herr der Weißen Dünen brechen konnte."

"Du musst wissen, deine Mutter war kein gewöhnlicher Werwolf, sie war der Alpha-König einer der vier großen Domänen, der Winterdomäne", offenbarte Kaideon.

Neveahs Kinn fiel herunter, ihre Augen waren vor Schock weit aufgerissen.

"Hast du das nicht gewusst? Das Zeichen des Schöpfers auf dir wird nur durch die Generationen der Alpha-Könige der Winterdomäne weitergegeben."

"Es ist nicht dasselbe wie das der anderen Domänen", sagte Kaideon langsam.

Neveah schüttelte ungläubig den Kopf, während ihr tausende Gedanken gleichzeitig durch den Kopf schossen.

So schnell, dass Neveah kaum einen einzigen fassen konnte.

"Veah?", rief Kaideon, als Neveah regungslos vor Schreck da stand.

Neveah sprang auf, um in narx’ Zimr nach einem Spiegel oder etwas Ähnlichem zu suchen, das ihr Spiegelbild zeigen könnte.

Natürlich gab es kein solches Accessoire in narx’ Zimr, aber Neveah fand eine durchsichtige Jadeplatte, die ihren Zweck gut erfüllte.

Neveah hielt sie hoch und zog den Kragen ihrer Tunika herunter, um das Zeichen des Schöpfers zu betrachten, das sie trug.

Lebhaft erinnerte sich Neveah an den Anblick von Alessios Schöpferzeichen, das in jener Nacht eingraviert wurde – es war eindeutig das Bild eines verdunkelnden Mondes.

"Ein verdunkelnder Mond für die Eklipsendomäne...", murlte Neveah vor sich hin.

Aber Neveahs eigenes Schöpferzeichen war kein verdunkelnder Mond, es war ein rkwürdiges Zeichen, das sie nie ganz verstanden hatte.

Jetzt, da Neveah es erneut betrachtete, erkannte sie, dass das auf ihrer Haut eingeätzte Zeichen eine Schneeflocke war.

"Ein verdunkelnder Mond für die Eklipsendomäne... Eine Schneeflocke für die Winterdomäne", flüsterte Neveah.

Alle Bücher besagten, dass es in derselben Generation nicht zwei Wölfe geben könne, die mit dem Alpha-König geboren wurden, doch Alessio und Neveah waren nur wenige Jahre auseinander und beide mit dem Alpha-König zur Welt gekomn.

Neveah wurde in diesem Mont klar, dass Alessio und sie beide Alpha-Könige waren, aber nie aus derselben Domäne.

"Wie konnte ich das die ganze Zeit übersehen?", flüsterte Neveah in einem von Emotionen erfüllten Ton.

You are reading Die Wiedergeburt von Omega Chapter 376: Offenbarung 4 (Kap.376) on novel69. Use the chapter navigation above or below to continue reading the latest translated chapters.
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