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Die Einsatzkraft, die dem versunkenen Tor zugewiesen war, bewegte sich durch die vergessenen Kanäle einer Welt, die aufgehört hatte, sich an ihre eigenen Ecken zu erinnern.

Er durchquerte Wartungsschächte, die halb vom Rost verschlungen waren, duckte sich unter niedrigen Decken, die nur noch durch Erinnerung und Draht zusamngehalten wurden, und kletterte Leitern hinab, die wie Knochen knarrten, die zu lange im Dunkeln gelegen hatten.

Er brauchte kein Licht. Er kannte den Weg, oder zumindest genug davon, um dorthin zu gelangen. Der Pfad war nicht für Besucher gedacht.

Schließlich erreichte er es.

Das Tor, aber überraschenderweise öffnete es sich nicht, als er ankam.

Es reagierte nicht; es saß einfach da, alt und halb in den eresboden versunken, seine Kanten mit Schlick und druckglitschigem Schmutz verkrustet. Aber es gab kein Verkennen des Gefühls, das es umgab.

Es beobachtete.

Es war nicht wie ein Sensor, nicht wie eine Falle. Es... beobachtete einfach. Es war sich bewusst, auf eine Weise, wie es nur die ältesten Dinge sein konnten.

Er ging nicht näher. Er testete es nicht.

Er platzierte den Sensor am Rand der Plattform, machte einen lautlosen Scan und wandte sich zum Gehen. Er brauchte nicht hr. Was auch imr hinter diesem Tor war – es schlief nicht.

Es wartete.

Und er wollte nicht derjenige sein, der dort stand, wenn es damit aufhörte.

Die zweite Einsatzkraft – die Empathin – bewegte sich durch die Hauptstadt wie ein Geist mit einem Zeitplan.

Sie trug die Roben eines Kuriers, ging mit leichtem Schritt und trug Schriftrollen mit gerade genug Bedeutung, um sich ohne Fragen durch Tempel zu bewegen.

Sie zog keine Aufrksamkeit auf sich oder fiel auf. Ihre Unterlagen waren sauber, gefälscht und perfekt.

Ihre Mission war es nicht, etwas zu überbringen.

Es war, ein Kind zu finden.

Nicht eines, das durch Politik oder Macht gekennzeichnet war. Nicht ein Adliger, der in große Häuser hineingeboren oder von rivalisierenden Fraktionen beobachtet wurde.

Nur ein kleines Mädchen.

Fünf Jahre alt.

Lebend in einem Haushalt, der sich kaum an einen Splitter von Anerkennung klamrte. Keine Ländereien, keine Titel. Ein Familienna, der dich nicht weiter als in den äußeren Hof eines mittelmäßigen Festivals bringen würde.

Aber in dieser Blutlinie, irgendwo zurück in den verblassten Zweigen, hatte sich etwas verwurzelt.

Weitergegeben durch Ehen, die aus Registern gelöscht worden waren, begraben in Geburtsrechten, die längst ihre Bedeutung verloren hatten.

Sie wartete bis zum Einbruch der Nacht.

Schlüpfte ins Haus, ohne einen Laut von sich zu geben.

Keine Schutzzauber hielten sie auf. Keine Geister regten sich.

Nicht bis sie das Zimr des Kindes erreichte.

Dann traf es sie.

Wie das Betreten einer Geschichte, die sie nicht hören sollte.

Dies war keine Macht. Es war kein Potenzial.

Es war ein Anspruch.

Das Kind war markiert worden, wenn auch nicht kürzlich.

Von dem Mont an, als sie geboren wurde.

Nicht von Crescent. Nicht von ihrer Blutlinie.

Von etwas Älterem.

Etwas Göttlichem.

Kein Geschenk.

Kein Segen.

Besitz.

Die Empathin berührte sie nicht. Atte nicht zu tief. Sie trat langsam zurück, drehte sich um und verließ den Weg, den sie gekomn war.

Was auch imr dieses Kind markiert hatte, es war nicht darauf aus zu teilen.

Die dritte Einsatzkraft, der Fluchbrecher, steuerte direkt auf die Orte zu, über die niemand gerne sprach. Die alten Bezirke.

Wo die Ränder der Crescent-Autorität ausfransten und sich bogen. Wo nschen mit Worten und Flüstern handelten und niemand nach Quittungen fragte.

Er ging nicht wie ein Jäger.

Prahlte nicht mit seinem Nan.

Er wartete. Dann folgte er.

Ein bekannter Kurier. Jemand, der vor Monaten wegen des Verdachts auf Reliktbewegung markiert worden war. Der Mann wusste nicht einmal, dass er beobachtet wurde.

Es brauchte Zeit.

Aber schließlich führte ihn die Spur zur wahren Quelle.

Kein Tresor.

Kein Schrein.

Ein sterbender Mann. Zusamngekauert in einem düsteren Hinterzimr hinter einer geschlossenen Apotheke, atte er flach und langsam, ohne zu wissen, dass etwas unter seiner Haut brannte.

Es war kein Fluch.

Es war ein Splitter.

Direkt in seine Brust geätzt, zwischen den Rippen, Linien, die mit etwas Präziserem als jeder Klinge gezeichnet waren.

Ein Erinnerungssplitter.

Noch aktiv.

Noch pulsierend.

Der Fluchbrecher bewegte sich schnell. Leise. Sauber.

Kein Schrz.

Nur Extraktion.

Er versiegelte ihn. Barg ihn.

Ließ den Mann in Frieden sterben, ohne zu wissen, was in ihm gewesen war.

Dann drehte er sich um und ging zurück in die Dunkelheit.

Am Schrein saß die Frau, die sie gerufen hatte, erneut.

Der Splitter lag vor ihr.

Noch leicht warm von seinem letzten Atemzug.

Sie öffnete ihn.

Legte ihre Finger über die Linien und ließ die Erinnerung aufsteigen.

Es war nicht kompliziert.

Nur eine Karte.

In Haut gezeichnet.

Mit klaren Punkten markiert, Koordinaten, die in keinem öffentlichen Register existierten.

Das Ziel: eine Stadt.

Neu. Zehn Jahre alt. Schnell gebaut. Billig gebaut. Ein Projekt, das zwischen Entwicklern wie ein Steuerabschreibungsobjekt weitergereicht wurde. Überfüllt, chaotisch, voller Lichter.

Und unwissentlich über etwas Uraltem errichtet.

Ein Tempel.

Nicht Crescent.

Nicht einmal nschlich.

Halb versiegelt. Halb vergessen.

Jetzt beginnt er wieder zu atn.

Sie starrte auf das letzte Bild.

Dann schloss sie den Behälter.

Und flüsterte die einzigen Worte, die ihr Rang zu sprechen erlaubte.

"Sie bereiten einen zweiten Abstieg vor."

Dann stand sie auf.

Wandte sich nach Osten.

Und begann, die Feuer vorzubereiten.

Während Crescents Schatten sich bewegten, regte sich tief in den Wäldern, wo das Licht langsam durchdrang und der Boden mit vergrabener Erinnerung summte, etwas Älteres als Antwort.

Elowen stand unter den ältesten Bäun. Ihre Handschuhe waren eng an ihren Fingern, ihre Haltung ruhig.

Die Nachricht war zurückgekehrt – nicht von einem Vogel getragen, oder in Wachs versiegelt, oder durch Technik übermittelt.

Sie war in einer Rinde gekomn. In Stein. In Erinnerung.

Ihr Volk jagte nicht wie Crescent. Sie traten keine Türen ein oder brachen durch Wände.

Sie hörten zu.

Und wenn die Leylinien von Unrecht flüsterten, bewegten sie sich.

Der erste, der aufbrach, war ein Pfadfinder. Schlank, still, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Er bewegte sich mit den Bäun – nicht gegen sie.

Ließ den Wind entscheiden, welcher Wurzel zu folgen war. Ließ den Instinkt ihn zu einer Lichtung tragen, die nur einmal alle paar Jahrzehnte genutzt wurde, wenn die Sterne in einer Linie standen und der Boden sich an seinen eigenen Nan erinnerte.

Aber als er dort ankam, hießen die Bäu ihn nicht willkomn.

Sie schwankten nicht.

Sie knarrten nicht.

Sie standen still.

Und als er seine Handfläche auf den Boden legte, begegnete ihm die Wahrheit.

Die Erde war nicht ruhig.

Sie hatte Angst.

Er schnitzte ein Zeichen, ließ es zurück und verschwand ohne einen Laut.

Die zweite war eine Seherin – jung, trittsicher, ausgebildet in den Wegen, die keinen Nan hatten. Sie bewegte sich über Äste statt über Pfade, ein Schen zwischen Rinde und Atem.

Sie folgte dem Puls der Vergangenheit zu einem Spiegelteich – einem Ort, an dem alte Stimn widerhallten, wenn der Wind gütig war.

Aber der Teich war nicht still.

Er kräuselte sich. Ständig. Keine Brise. Keine Insekten.

Nur Bewegung.

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