Neveah schreckte hoch, ihre Augen rissen weit auf, und sie setzte sich ruckartig auf ihrem Bett auf, mit entsetzt aufgerissenen Augen.
Ein eiskalter Schreck durchfuhr sie, und ihr Herz begann in ihrer Brust zu rasen, die rhythmischen Schläge beschleunigten sich, wurden unregelmäßig.
Ihre Instinkte waren geschärft, alarmbereit, und ihr innerer Wolf war ebenfalls angespannt. So aufrksam war Neveah, dass ihr Gehör fein genug war, um das Rauschen ihres Blutes in ihren Adern und dessen Weg zu vernehn.
Es war so lebendig, dass Neveah es sich beinahe bildlich vorstellen konnte. Doch bei solch überreizten Sinnen mischten sich alle Geräusche um sie herum zu einem verwirrenden Durcheinander.
Noch nie waren Neveahs Sinne so empfindlich gewesen. Üblicherweise konnte sie die Empfindlichkeit ein wenig eindämn, doch diesmal ersehnte Neveah eine ntale Barriere, die alle äußeren Geräusche ausblendete, um ihren Geist zu beruhigen.
’’Ruhig... ruhig... in Schatz.’’ Neveah versuchte, ihren Wolfsgeist zu beruhigen, wissend, dass viele dieser Gefühle von ihrer anderen Seite übertragen wurden.
’’Ich bemühe mich.’’ gab ihr Wolf zurück, der Ton angespannt.
Neveah konnte weder sagen warum noch was genau diese Reaktion hervorgerufen hatte, aber sie wusste, dass sie nicht auf die leichte Schulter genomn werden konnte.
Sie hob eine Hand an ihre Brust, zu ihrem rasend schnellen Herzen, ihre Augen imr noch aufgerissen in einer Mischung aus Entsetzen und nun Verwirrung ob des grundlosen Unbehagens.
’Was ist das für ein seltsas Gefühl?’ Neveah grübelte über das unerklärliche Ereignis. Es verunsicherte sie zutiefst.
Als sie eine sich nähernde Präsenz spürte, gingen Neveahs Hände instinktiv in Angriffsstellung, ihre Krallen schossen hervor und funkelten scharf im dämmrigen Licht.
"Veah, beruhige dich. Ich bins, Everon." Everons besänftigende Stim erreichte Neveah gerade, als die Vorhänge zurückgezogen wurden und Tageslicht den Raum durchflutete, die Dunkelheit vertreibend.
Neveah ließ einen Atemzug frei, von dem sie gar nicht berkt hatte, dass sie ihn angehalten hatte. Das helle Licht war zuerst grell für ihre Augen, aber es milderte ihre Überempfindlichkeit etwas ab und ihr Gehör normalisierte sich.
Everon stand noch am Fenster, sein forschender Blick auf Neveah geheftet. Seine Augen waren neugierig und durchdringend, zweifelsohne war ihm bewusst, was gerade geschehen war.
Doch Everon schwieg einen Mont, gab Neveah Zeit, und sie war ihm dafür dankbar.
"Ist es sicher, näher zu komn?" fragte Everon, während Neveah noch an Ort und Stelle verharrte.
"Komm her." gestattete Neveah und deutete auf den Platz neben ihrem Bett.
Everon ging rüber und setzte sich, streckte seine Hand Richtung Neveahs Stirn aus, und sie zuckte instinktiv zurück.
Everon runzelte die Stirn, aber er wartete geduldig ab; er kannte Neveahs Vorsicht aus früheren Begegnungen, seine Hand verharrte und gab Neveah die Möglichkeit, ihren Kopf zu bewegen und den Kontakt herzustellen, als sie sich einen Mont später beruhigt hatte.
"Es ist lange her, seit du mir gegenüber so vorsichtig warst." stellte Everon fest, während er Neveahs Zustand mit seiner eigenwilligen dizinischen Gabe überprüfte.
"Mir muss unwohl sein. Alles fühlt sich... fremd an." murlte Neveah, während sie die Augen schloss, als Everon seine Beobachtung beendete.
"Du bist körperlich erschöpft, weil du deine Magie so lange weitergegeben hast, während sich dein Körper noch anpassen muss, und deine Konstitution kämpft imr noch damit, Fähigkeiten zu akzeptieren, die ihr nicht natürlich sind."
"Die Konfrontation mit der dunklen Fee hat dich bereits an deine Grenzen gebracht und der Zauber, der auf dich gewirkt wurde, fordert nach wie vor seinen Tribut von deiner Seele – auch wenn erfolglos."
"Du bist geistig erschöpft durch die plötzlich auf dich zukomnden Verantwortungen und was das für dich bedeutet, für die Weißen Dünen und für die Festung insgesamt.""Du fühlst dich emotional leer, da deine geliebten Männer nicht bei dir sind, und das einzige Mittel gegen deinen Herzschrz ist unerreichbar. Alte Wunden müssen erst noch heilen, und neue komn hinzu, bevor du dich erholst... du bist wirklich nicht in bester Verfassung", stimmte Everon zu.
"Sag mir etwas, das ich nicht bereits weiß", murlte Neveah leise.
"Ich kenne inen Zustand, du musst nicht so tun, als wäre ich dem Tode nah. Ich habe Schlimres erlebt als eine Trennung, bedeutende Pflichten und einige Mordanschläge." entgegnete Neveah zu Everon.
"Du hast mich nicht ausreden lassen", berkte Everon.
Neveah brummte leise und nickte dann, damit Everon fortfahren konnte.
"Ungeachtet dessen hat dein magisches Potenzial durch die Situationen auf Leben und Tod zugenomn. Du bist um einiges stärker geworden als die isten Magier, die ich kenne, und deine Wolfsseite wird ebenfalls stärker, während du heilst."
"Geistig hast du deinen neuen Titel vollständig angenomn und die Tatsache akzeptiert, dass er schon imr ein Teil von dir war."
"Ich kann dir versichern, dass du gesund und unbesiegbar bist, ine Königin", ermutigte Everon.
"Sei nicht so, Ron", erwiderte Neveah und zog die Stirn kraus wegen des Titels.
Everon lächelte leicht, stand auf, holte ein Glas Wasser und reichte es Neveah.
Neveah nahm einen Schluck des kalten Wassers und leerte dann den Rest, bevor sie ihm das Glas zurückgab.
Everon stellte es beiseite und setzte sich wieder neben Neveahs Bett.
"Was war eben los? Du bist aufgewacht und ich habe eine mörderische Aura gespürt, als wolltest du jemanden töten", fragte Everon schließlich.
"Und als ich hereintrat, habe ich für einen Mont deine Absicht gespürt... mir zu schaden", fügte Everon mit vorsichtigem Ton hinzu.
Neveah zuckte sichtlich zusamn, sie hatte Everon überhaupt nicht wiedererkannt und sie hätte sich tatsächlich auf ihn gestürzt, wenn er nicht genau in dem Mont das Wort ergriffen hätte.
"Ich... ich kann es nicht erklären. Mit inem Wolf stimmt etwas nicht, gib mir etwas Zeit, um es herauszufinden", gestand Neveah ein.
"Gut, ich bin hier, um dir zu helfen, wenn du etwas brauchst", erinnerte Everon ernst.
Neveah nickte verständnisvoll und dann wechselte Everon das Thema.
"Devirld? Ist er zu dir zurückgekehrt?" erkundigte sich Everon besorgt.
"Noch nicht", seufzte Neveah schwer.
"Heißt das, du bist imr noch nicht in der Lage gewesen, deine Träu zu verschlzen?" murlte Everon.
Neveah schüttelte leicht den Kopf und ihre Stirn lag in Sorgenfalten.
"Ich kann Jian nicht erreichen und ich wage es nicht, Devirld zu suchen, sie könnten imr noch miteinander verbunden sein, und ich würde Jian Schaden zufügen, wenn ich mich einmische. Alles, was wir jetzt tun können, ist zu warten... darauf, dass Jian zu mir kommt", sagte Neveah zu Everon.
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