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Bei Neveahs Worten herrschte wieder Stille im Saal, da die Dynamik abrupt wechselte.

Nicht nur, dass der Vorschlag der Vertreter für einen einheitlichen Rat ungültig wurde, die Gewissheit, den Drachenhof lebend und unversehrt zu verlassen, war ebenfalls verloren gegangen.

Nach allen Drachengesetzen konnte Verrat gegen die königliche Autorität sofort geahndet werden, sofern unwiderlegbare Beweise vorlagen.

Die Fassung der Zwergenvertreter bröckelte zunehnd, und Neveah beobachtete, wie sie unsicher Blicke austauschten.

Ein Riss in ihrer mutigen Maske hatte sich bereits gebildet und würde sich rasch ausbreiten, bis alles in Scherben lag. Das Bündnis zwischen den beiden Vertretern, das vor ihrer Ankunft am Drachenhof bestanden hatte, würde zerfallen und einer würde sich gegen den anderen wenden.

Es war nur eine Frage der Zeit, wer den ersten Schritt machen würde.

Ein pochender Schrz quälte weiterhin Neveahs Schädel, er hatte sich bis jetzt nicht gelegt und Neveah vermutete stark, dass es etwas mit Devirld zu tun hatte.

Es gab keine Möglichkeit, dies zu bestätigen oder mit Sicherheit zu wissen, Devirlds Bewusstsein wurde noch imr zwischen Neveah und Jian geteilt und er hatte noch kein Wort mit ihr gesprochen.

Neveah hatte nicht auf Devirlds Magie zurückgegriffen, nicht einmal, als ihr Leben auf dem Spiel stand, aus Angst, es könnte Jian stören, aber jetzt machte sie sich zunehnd Sorgen.

’Wir sollten uns an einen privaten Ort begeben und versuchen, Jian zu kontaktieren. Es ist schon lange genug her, er sollte inzwischen in Xenon angekomn sein.’ dachte Neveahs Wolf.

Schweigend stimmte Neveah zu, tauschte einen Blick mit Imagor, ihre Aufgabe hier war erledigt, und sie hatte nicht vor, länger zu verweilen. Sie war nur gekomn, um das Verfahren des Gerichts zugunsten des Rates auf eine Weise zu verändern, wie es ihr niemand sonst möglich machen würde.

Imagor neigte leicht den Kopf in einer subtilen Geste des Respekts und der Wertschätzung, und Neveah erwiderte die Geste.

Damit schritt sie zur Mitte des Saals, um sich vom Hof zu verabschieden, doch genau in diesem Mont ldete sich Lady Diandre.

"Diese Information ist unzuverlässig! Wie kann Euer Wort ausreichen, um uns des Verrats zu überführen?! Woher habt Ihr solche Informationen über unsere Aktivitäten?!" zischte Lady Diandre.

Neveah hielt inne, presste die Zähne zusamn gegen den Schrz in ihrem Kopf und neigte fragend den Kopf zur Seite.

"Ist es nicht offensichtlich? Ich habe Spione in Eurem Hof eingesetzt." gab Neveah ohne Zögern zu.

"Du gibst offen zu, dass du den Hof der Fae infiltriert hast?! Das verstößt gegen die Allianz!" rief ein Fae-Vertreter entrüstet.

"Wie haben die Fae dann von dem Bruch erfahren?" entgegnete Neveah auf die Frage.

"Wenn nicht auch ihr Augen habt... ist es dann so, dass nur Ihr unbedingt skrupellos sein dürft?" fragte Neveah ungerührt.

"Lord Imagor, das entspricht nicht der drachischen Art!" rief Lady Diandre aus.

Neveah huschte ein leichtes Lächeln über das Gesicht, als sie sah, wie die Fae vor Wut kochten.

"Nein, das ist es nicht... das ist ine Art." erwiderte Neveah anstelle von Imagor."Die Fae fordern nach wie vor einen einheitlichen Rat! Lord River war ein edler Fae, sein Tod darf nicht einfach ignoriert werden!", bestand Lady Diandre.

Neveah zuckte nur lässig mit den Schultern, als Zeichen, dass sie nichts dagegen einzuwenden hatte.

"Gut, es wird einen Rat geben und ihr dürft Drachenfestung nicht verlassen, bis dieser Rat abgehalten wurde... Die Allianz zwischen den Fae und den Drachen steht ohnehin vor dem Aus. Wir könnten genauso gut alles zum Einsturz bringen." Imagor äußerte sich schlicht.

"Macht euch darauf gefasst, für eure Verwicklung in das geplante Attentat auf Ihre Gnaden vor Gericht zu stehen." fügte Kirgan hinzu.

"Ich... wir benötigen keinen einheitlichen Rat. Die Informationen wurden uns von Lady Diandre zugespielt, wir haben keine Ahnung, wie sie von der Spaltung erfahren hat. Wir sind bereit, vor dem einheitlichen Rat gegen die Fae auszusagen." Der Sprecher der Zwerge grenzte seine Rasse schnell aus.

Lady Diandre warf den Zwergen einen ungläubigen Blick zu, da sie binnen eines Augenblicks ihre Haltung änderten.

"Es gibt Beweise und nun eine Zeugenaussage. Es sieht so aus, als wäret ihr nun auf euch gestellt." murlte Neveah.

Neveah setzte ihren Weg zur Tür fort, hielt dann jedoch inne, als sie sich an Jians Worte erinnerte.

’Die Zeit der Kämpfe wird komn’, sagte er.

Neveah verstand die Bedeutung von Jians Worten: Sie sollte Zeit schinden, bis er zurückkehrte. Zweifellos hatte er seine Gründe dafür, und Neveah wusste besser als jeder andere, dass Jian schon seit Langem vorhatte, die Fae zu unterwerfen.

Die Fae in die Enge zu treiben war notwendig, um ihnen aufzuzeigen, dass auch in Jians Abwesenheit der Drachenhof nicht unterschätzt werden durfte, doch Neveah war sich bewusst, dass, wenn sie Lady Diandre keinen Ausweg ließ und sie wegen Hochverrats verurteilen würde, dies den Fae die Rechtfertigung liefern würde, die sie benötigten, um Krieg zu führen.

’Ahnte Jian bereits, dass ich die Entscheidung vor seiner Rückkehr treffen müsste?’ fragte sich Neveah.

’Macht bedeutet auch zu wissen, wann man innehalten muss... wann man warten und wann man seine Zeit abwarten muss. Und da sind auch noch narx... und Adrienne... auch die beiden werden diese Zeit benötigen...’ dachte Neveah bei sich.

"Mir wurde kein Leid zugefügt und narx’ Distrikt hat keine daraus resultierenden Schäden erlitten. Daher bin ich bereit, über diese Angelegenheit hinwegzusehen. Im Gegenzug werden die Fae ihren Vorrat an Kanalisierungsjuwelen freigeben, den sie in den Weißen Dünen gehortet haben, und alle Truppen abziehen, die die Handelswege zwischen den r-eren und dem Drachengebiet blockieren."

"Wenn Lady Diandre den Befehl erteilt, gebt Ihr mir Euer Wort, dass Ihr Keep Skies lebend verlassen und zu Eurem Volk zurückkehren dürft. Doch Ihr müsst mir Eure Entscheidung jetzt, in diesem Mont, mitteilen." unterbrach Neveah und sorgte mit ihrem Handel erneut für Stille im Saal.

"Lassen wir sie einfach so gehen?!" rief Conrad ungläubig aus.

Neveah warf ihm einen vielsagenden Blick zu und Conrad verstummte.

"In Ordnung!" zischte Lady Diandre nach einem Mont des Nachdenkens.

Sie hatte ebenfalls erkannt, dass sie keinen anderen Ausweg hr hatte.

"In Ordnung? Ich erinnere mich nicht, dass ich Euch um etwas gebeten hätte, Diandre." sagte Neveah, ohne sich dem Saal zuzuwenden.

"Ich ine... ich werde Euch folgen... Eure Gnaden." korrigierte Lady Diandre ihre Worte.

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