Ein schrzvolles Grunzen entrang sich Xenons Kehle, als seine Augen langsam aufblinzelten. Er kneifte sie zusamn und brauchte einen Mont, um sich an das seltsa, dämmrige rote Licht zu gewöhnen. Als seine Sicht sich klärte, fand er sich unter einer unbekannten Decke wieder.
Er lag in einem Raum, dessen Wände aus purem Stein gefertigt waren, nackte Steinmauern, die ihm vollkomn fremd erschienen. Rötlich glimnde Edelsteine sorgten für die unheimliche Beleuchtung und durchzogen die Wände.
Xenon hatte es sich auf einem ungewöhnlich harten und unbequen Lager gemütlich gemacht – es war offensichtlich ein Bett, denn eine unnötig schwere Decke bedeckte ihn bis zum Kinn.
Leicht die Stirn runzelnd versuchte Xenon sich aufzurichten, doch ein scharfer Schrz jagte durch seinen Rücken und nahm seinen Ursprung in der Wirbelsäule.
Xenon stöhnte leise und prüfte innerlich seine Verletzungen. "Ich muss heftig abgestürzt sein...", murlte er und berkte, dass seine gesamte Wirbelsäule und seine Beine sich anfühlten, als wären sie in vielerlei seltsan Winkeln gebrochen.
Auch andere Körperstellen schrzten und deuteten darauf hin, dass er an hreren Orten verletzt war. Xenon berkte zudem, dass er bereits am Heilen war, und zwar erstaunlich schnell; er konnte fast spüren, wie Knochen und Sehnen sich abmühten, im Inneren wieder zusamnzuwachsen – diese Empfindsamkeit für seinen eigenen körperlichen Zustand fand er besonders ungewöhnlich.
Obwohl die Heilung bereits eingesetzt hatte, war sein Zustand imr noch ziemlich zerzaust. Als Xenon einen weiteren Versuch startete, sich aufzusetzen, presste er die Zähne zusamn und zwang sich nach oben, sank jedoch wieder auf das Bett zurück, als seine Muskeln sich unter unerträglichen Schrzen verkrampften.
"Schuppen...", keuchte Xenon schrzgeplagt, gerade als er einen weiteren Anlauf nahm.
In diesem Mont wurde er jedoch von einer Stim unterbrochen:
"Was machst du da?!" Die Stim drang an sein Ohr, gleich nachdem sich die Tür geöffnet hatte.
"Du solltest dich noch nicht bewegen; du könntest dich noch hr verletzen, wenn du es erzwingst", tadelte die Stim in einem viel sanfteren Tonfall.
Xenon wandte den Kopf zur Tür, wo eine seltsam aussehende junge Frau auf ihn zukam. Sie trug ein einfaches schwarzes Kleid, das ihr ein wenig zu groß schien.
Sie war eine Frau, dessen war man sich durch ihre Silhouette sicher. Aber Xenon wusste nicht, wie er die eisernen Vollgesichtsmaske, die ihre Züge verhüllte, anders bezeichnen sollte als befremdlich.
Xenon kannte keine Art oder Clans innerhalb der Festung, die solch eigentümliche Trachten trugen, und schlimr noch: Er konnte keinen Geruch an der Frau feststellen.
’Sie hat keinen Geruch...’, stellte Xenon fest, eine höchst rkwürdige Tatsache, und das bedeutete auch, dass es unmöglich war, allein anhand ihrer körperlichen rkmale zu sagen, zu welcher Spezies sie gehörte.
Xenon zog die Stirn in Falten, als die seltsa Frau an seinem Bett innehielt. Sie streckte die Hand aus, um die Decke über ihm zurechtzurücken.
Ihre Hände erstarrten jedoch mitten in der Bewegung, als sie Xenons kalten Blick begegnete, der wortlos herausforderte, ihn zu berühren, wenn sie des Lebens überdrüssig war.
"Wer bist du?", fragte Xenon in einem düsteren Tonfall, seine Augen verengten sich zu einem hasserfüllten Starren.
Xenon war nicht aufgelegt, Kontakte zu knüpfen. Er musste zu Jian und dann zurück zu Neveah, und er wusste nicht einmal, wo er sich befand oder wie er dorthin komn sollte, wo er hin musste.
Erst in diesem Augenblick wurde ihm klar, dass er wirklich nicht wusste, wo er war, denn alles, an was er sich erinnern konnte, waren die überall verstreuten Portalfragnte und das blendend helle Licht, als das Portal zum Leben erwachte.
’Verothrax!’, dachte Xenon und erinnerte sich, dass er nicht allein gewesen war.Xenon verengte misstrauisch seine Augen, als er Verothrax nicht hr sehen konnte.
"Wo ist Verothrax?!" verlangte Xenon barsch.
Die seltsam aussehende Frau zuckte zurück, als wäre sie sichtlich verletzt von Xenons Tonfall.
"Ich heiße Ida. Keine Angst, ich habe keine bösen Absichten... Ich habe euch beide schwer verletzt gefunden und konnte euch nicht draußen lassen, als sich die Nacht näherte," erklärte die fremdartig aussehende Frau mit zitternder Stim.
"Dein Na ist mir gleichgültig. Was bist du? Und wohin hast du Verothrax gebracht?" fragte Xenon kalt.
"Ich habe deinen Freund nirgendwo hingebracht und ich besitze nicht mal die Fähigkeit dazu..." sagte Ida mit unsicherer Stim.
"Außer mir ist niemand hier draußen, es ist unmöglich, dass ich deinen Freund woanders hingebracht hätte. Er ist imr noch bewusstlos und liegt im Nebenzimr," erläuterte Ida.
Daraufhin verengte Xenon noch misstrauischer die Augen.
"Du hast die erste Frage nicht beantwortet. Was bist du?! Eine Fee? Angehörige des ervolks?! Eine Nymphe?! Und warum riechst du nach nichts?!" zischte Xenon.
Erneut trat Ida einen Schritt zurück und zitterte rklich.
"Ich... ich kann darauf keine Antwort geben..." stamlte Ida ängstlich.
Xenons Blick wurde noch dunkler und er richtete sich jählings auf, wobei er den Schrz in seiner Wirbelsäule ignorierte.
"Tu das nicht! Deine Wunden sind zu schwer, du solltest dich überhaupt nicht bewegen, sonst wird es nur schlimr!" rief Ida entsetzt.
"Du hast nicht das Recht, dich jetzt um in Wohlergehen zu sorgen," entgegnete Xenon nüchtern.
"Ich... ich kann nicht antworten, nicht weil ich nicht will, sondern weil ich selbst nicht weiß!" rief Ida eilig, gerade als Xenon sich erhob.
Sie sprang quer durch das Zimr und kauerte sich in eine Ecke, weit genug von Xenon entfernt, lief jedoch nicht zur Tür.
"Du... du weißt nicht, was du bist?" fragte Xenon langsam, unsicher, ob er richtig gehört hatte.
Allerdings konnte Xenon, aus welchem Grund auch imr, keine Lüge oder Unehrlichkeit in dem Tonfall der Frau erkennen.
"Wie ist das überhaupt möglich?" fragte Xenon düster.
"Ich... ich bin mir nicht sicher..." stotterte sie, völlig verängstigt, während sie Xenon aufrksam beobachtete.
"Weißt du denn, was ich bin?" fragte Xenon misstrauisch.
Sie schüttelte langsam den Kopf und Xenon zog eine Augenbraue hoch.
"Wo befinden wir uns überhaupt?" hakte Xenon nach.
"In einem... Turm... einem dunklen, schrecklichen Turm..." erwiderte Ida mit leiser, quälender Stim.
"Ein dunkler Turm... Schattenturm..." erkannte Xenon mit finsterer Miene.
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