Zwerge... das war eine Rasse, der Neveah in ihren achtzehn Lebensjahren nie das Unglück hatte zu begegnen,
Zu Recht, denn die Finsternis-Domäne und das Werwolfgebiet waren vom Rest des übernatürlichen Reiches abgeschnitten.
Aber Neveah hatte sicherlich die Geschichten gehört, die man sich über sie erzählte, über ihr großes Reich, die verborgene Stadt unter der Erde und über ihre boshafte und rachsüchtige Natur.
Nicht nur das, die Zwerge waren auch extrem territorial und gierig, sie horteten Mineralien und Erze, bauten sie nur zu ihrem eigenen Nutzen ab und unterbanden jeden Handel mit Edeltallen in ihrem Gebiet.
Die Zwerge hatten imr das eine oder andere Ziel vor Augen und waren dafür bekannt, dass sie vor nichts zurückschreckten, um es zu bekomn, und vor allem waren sie extrem gefährlich.
Mit den Zwergen war nicht zu spaßen, so viel war klar, denn nur sie konnten der Herrschaft der Drachen irgendwie widerstehen und ihre Unabhängigkeit bewahren.
"Sind Zwerge eine übliche Erscheinung in Maneward?" fragte Neveah Trevin misstrauisch.
"Nicht wirklich, sie dürfen das Drachengebiet nur zum Zweck des Handels betreten. Was könnten sie von Roman wollen?" fragte Trevin ungläubig.
Auch Neveah konnte diese Frage nicht beantworten, sie wusste nur, dass sich ihre Sinne niemals irren konnten.
Roman war gegen seinen Willen entführt worden, und der Täter gehörte zum Volk der Zwerge.
"Ich schätze, das werden wir herausfinden, wenn wir sie finden." sagte Neveah, während sie weiter durch den Wald ging und Romans Duftspur folgte.
Die Verfolgung von Romans Geruch führte Neveah und Trevin durch den Wald, und es schien, als kän sie der Quelle imr näher, bis sie aus dem Wald ausbrachen und sich nicht hr weit von der geschäftigen Stadt Maneward befanden.
"Die Duftspur... schneidet hier ab." verriet Neveah mit leicht gerunzelten Brauen
leicht.
"Schuppen! Wir müssen Ro finden... wir müssen!" sagte Trevin in einem entsetzten Ton.
"Sie können nicht woanders hingegangen sein, es ist erst kurze Zeit her. Sie müssen noch in Maneward sein." sagte Neveah mit Bestimmtheit.
"Veah... Ich habe ein schlechtes Gefühl dabei. Irgendetwas sagt mir, daß das nicht reibungslos ablaufen wird." dachte Neveahs Wolf zu ihr.
Neveahs Hände ballten sich zu Fäusten, sie hatte es imr vermieden, in die Stadt zu gehen, selbst wenn Trevin oder Lydia angeboten hatten, sie mitzunehn.
Sie hatte geglaubt, dass es nach all der Zeit, die vergangen war, endlich in Ordnung sein würde, aber jetzt war sie auf dem Weg nach Maneward, und zwar nicht für eine lockere Angelegenheit, sondern für eine unangeneh.
Neveah wusste genau, dass es ein Risiko war, einen Fuß nach Maneward zu setzen, aber sie dachte nicht zweimal darüber nach.
"Diesmal überlasse ich dir die Sache." dachte Neveah an ihre Wölfin zurück, während sie Trevin zunickte.
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Die Tür zu Jians Arbeitszimr öffnete sich, und narx trat ein. Er war nicht überrascht, Jian an seinem Schreibtisch zu finden, wo ein Stapel Akten und Schriftrollen auf seine Aufrksamkeit wartete.
narx war sich sicher, dass Jian seine Anwesenheit berkt hatte, aber er würdigte ihn keines Blickes, sondern konzentrierte sich ganz auf seine Arbeit.
"Darf ich hereinkomn?" fragte narx zögernd.
"Du bist schon drin." antwortete Jian, ohne aufzublicken.
narx seufzte, es hatte einige Stunden gedauert, bis er sich dazu durchgerungen hatte, Jian hinterherzugehen, nachdem dieser wütend weggegangen war, und nun ignorierte Jian ihn ganz offensichtlich.
"Willst du wirklich so sein?" fragte narx mit einem Stirnrunzeln.
Obwohl narx sich bemühte, die Spannung abzubauen, bedeutete das nicht, dass er Jian nicht für das verantwortlich machte, was mit Neveah geschehen war.
Alles, was narx in diesem Mont tun wollte, war, sich in seinem Quartier zu verkriechen und sich keinen Zentiter zu bewegen, bis Neveah zurückkehrte, weil er einfach nicht glauben wollte, dass sie tot war.
Doch Jians Worte erinnerten narx daran, dass er als Stütze der Asvarian-Hochburg nicht imr alles so machen konnte, wie er es wollte.
Es gab imr die Notwendigkeit, das Reich unter dem Schutz der königlichen Garde zu betrachten.
"Wie bin ich denn so?" entgegnete Jian und blickte schließlich zu narx auf, mit einem kalten Blick in seinen Augen.
"Du wirfst mir den Blick zu ... den Blick, den du allen anderen gibst, nur nicht uns." narx wies mit einem Seufzer darauf hin.
"Ich habe die Flugpatrouille für den nächsten Monat angepasst. Ich habe Ihren Zeitplan gestrichen und alle Ihre Aufgaben Decaron und Lodenworth zugewiesen."
"Ich habe angeordnet, dass ihr nicht gestört werden dürft, also tut, was imr ihr wollt..." erlaubte Jian in einem leeren Ton.
"Jian ... du bist unvernünftig und rachsüchtig." sagte narx mit einem Kopfschütteln.
"Ich gebe dir die Zeit, die du brauchst ... um zu dir selbst zurückzukehren." korrigierte sich Jian.
"Ich brauche keine Zeit... Ich werde mich nie damit abfinden können... dass sie weg ist. Ich werde mich nie damit abfinden oder es akzeptieren können." erwiderte narx mit einem Seufzer.
Jian starrte narx einen Mont lang an, bevor er den Kopf schüttelte.
"Ich dachte, du wüsstest es besser, als dich von einer Frau verzehren zu lassen." murlte Jian leise vor sich hin.
"Ich wusste es besser, doch sie tat es." narx seufzte.
"Und wenn sie wirklich ... weg ist? Werde ich dann auch deinen Verlust tragen?" Jian stellte die Frage, die ihn in den letzten zehn Tagen belastet hatte.
Bevor narx oder Jian noch etwas sagen konnten, wurde die Tür zu Jians Arbeitszimr aufgestoßen und Decaron stürmte herein.
"Wir haben sie gefunden!" rief Decaron eilig aus, und seine Worte zogen sofort die Aufrksamkeit von Jian und narx auf sich.
"Sie..." narx brach ab, da er nicht zu hoffen wagte, dass Decaron wirklich die inte, für die er sich hielt.
"Im Bergfried kommt die Nachricht an, dass die Zwerge, wie erwartet, Unruhe gestiftet haben. Die Drachenwächter wurden losgeschickt, um sich darum zu kümrn."
"Aber... zusamn mit diesem Bericht kam die Nachricht von einer Sichtung. Ein Wolf mit mitternachtsblauem Fell..." erklärte Decaron eilig.
Mitternachtsblaues Fell, dieses wunderschöne Fell, das im Mondlicht leuchtete...
narx hatte es schon ein paar Mal gesehen... in jenen Nächten, in denen sie sich im Schutz der Dunkelheit in den Hof schlich, in dem Glauben, niemand könne sie sehen.
Wie hätte Neveah wissen können, dass weit oben in den Wolken ein rotgeschupptes Tier sie beobachtete, und ein wars Gefühl nistete sich in seinem Herzen ein... ein Gefühl, das nun zu bleiben begann.
Und so wusste narx, dass es niemand anderes sein konnte.
"Wo?" fragte narx mit leiser Stim.
"Maneward." berichtete Decaron.
Das war das einzige Wort, das narx brauchte, denn im nächsten Mont war er aus dem Blickfeld verschwunden.
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